Fahrplan ohne Auskunft?

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Kölner Stadt-Anzeiger vom 20.02.2016
Ein „Fahrplan bis 2030“
, den die Stadtverwaltung nach Aussagen von Bürgermeister Marcus Mombauer erarbeitet hat, regte das Interesse der Bürgerinitiative weiter an. … Doch die verschiedenen Vorstöße, über Ziele für die Gesamtstadt zu diskutieren, treffen im Rathaus auf ein verhaltenes Echo. Auf Nachfrage des KStA bemüht sich Mombauer nun um einen verbindlicheren Ton und wirbt um Verständnis. „Ich weiß jetzt schon nicht mehr, wo mir der Kopf steht“, sagt Mombauer. …
Kommentar von Thomas Rausch

8 Gedanken zu „Fahrplan ohne Auskunft?“

  1. Die Abfuhr des Rösrather Bürgermeisters, Marcus Mombauer, schreit zum Himmel. Da gehe ich mit allen einig.
    Nach wie vor bin ich allerdings der Meinung, ein Gespräch Auge in Auge bringt mehr als jeder Brief – schade daher, dass unser BM den von uns ausgesprochenen Wunsch zur persönlichen Kontaktaufnahme nicht aufgegriffen hat.

    Tun wir was, dann tut sich auch was.
    Beste Gelegenheit ist der Besuch in Kürten, Donnerstag, 25. Februar 2016, 19 Uhr im Rathaus, wo über die weitere Entwicklung des Leitbildes gesprochen wird und wir uns Informationen holen können.

  2. Die Rösrather Stadtverwaltung hat also einen „Fahrplan“ zur Stadtentwicklung bis 2030 erarbeitet, so Bürgermeister Mombauer. Sehr gut! Warum dieser Plan aber für die unmittelbar Betroffenen (die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Rösrath) geheim bleiben muss, erschließt sich mir nun wirklich nicht. Ist etwa zu befürchten, dass bei einer Veröffentlichung „Teile der Bevölkerung dadurch verunsichert werden könnten“ wie es unser Bundesinnenminister in anderem Zusammenhang vor kurzem so trefflich formuliert hat?

  3. „FAHRPLAN“ oder LEITBILD –
    ohne „AUSKUNFT“ geht gar nichts!
    Bei allem Respekt vor den aktuell drängenden Aufgaben und Leistungen, die Rösrath – wie auch andere vergleichbare Kommunen – zu bewältigen hat, darf man nicht aufgeben, gemeinsam den besten Weg in die Zukunft unserer Stadt zu suchen.
    „Um aufzuzeigen, wohin eine Stadt sich in Zukunft entwickeln soll, sind Visionen notwendig. Doch ein „Wohin“ ist nutzlos ohne ein „Wie“. Wer sich die Zukunft vorgestellt hat, braucht einen Weg, dorthin zu kommen. Besser noch viele Wege … Außerdem die Chance, ausgefahrene Wege verlassen zu können, um schneller oder besser ans Ziel zu kommen. In Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen, Vereinen und auch Kommunen hat sich für die Definition von Zielen und Wegen der Begriff „Leitbild“ geprägt. …
    Wohin gehen wir? Wie kommen wir dort hin? Was müssen wir besser machen? Welche Ziele müssen wir erreichen? Welche Maßnahmen ergreifen wir? Was ist uns besonders wichtig? …
    Bei der Beantwortung dieser Fragen haben wir diskutiert, kritisiert, begründet und bewertet. Wir haben Wichtiges von weniger Wichtigem unterschieden und haben erste Prioritäten gesetzt. Wir haben uns abgestimmt und zu allen Themen einen Konsens gefunden. Die Bürger müssen … die Umsetzung des Leitbildes in Rat und Verwaltung weiterhin aktiv begleiten. Der Blickwinkel des Leitbildes ist in die Zukunft gerichtet.“

    Soweit ein Auszug aus der Einleitung zum Leitbild für Overath.
    Und Overath hat – unter der Moderation von Bernd Sassenhof – öffentlich kommuniziert, Auskunft gegeben und mit den engagierten Bürgern kooperiert.
    Zumindest den Willen dazu sollte Rösrath bekunden – dann findet sich auch ein Weg!

    1. Diesem Beitrag stimme ich voll und ganz zu. Und auch Kürten entwickelte ein Leitbild. (Vgl. Berg. Handelsblatt, 17.02.16 S.4. „Leitbild Kürten 2020 – Fortschreibung 2030“)! Warum können unsere Nachbargemeinden ihre Aufgaben besser erledigen? Die Probleme – knappes Personal in der Verwaltung und viele Flüchtlinge – sind doch vermutlich diegleichen.
      Fazit: In Rösrath wollen Rat und Bürgermeister nicht über die zukünftige Entwicklung der Stadt öffentlich sprechen. Man hat wohl Angst, Flexibilität (zu wessen Gunsten – Investoren?) einzubüßen. Und wenn sich alle politischen Parteien im Rat einig sind in der Verweigerung braucht auch keine Partei befürchten, dass sie aus diesem Grund Wählerstimmen verliert. Dann gibt es leider nur die Alternative, nicht zu wählen.

      1. Ja, andere Kommunen sind nicht nur viel weiter und beteiligen wie selbstverständlich ihre Bürger, sondern sie setzen schon längst begonnene Prozesse auch fort:
        „Der Zukunftsausschuss der Gemeinde hat die Neuauflage des Leitbild-Projektes „Kürten 2020″ beschlossen. Auch die Bürger sollen sich beteiligen können!“
        Leitbild-Projekt „Kürten 2020“ geht in die nächste Runde | Kürten – Kölner Stadt-Anzeiger
        Siehe auch: http://www.kuerten.de/politik-verwaltung/leitbild-2020/leitbildbericht-kuerten/

      2. @ Monika: Nein!
        Wahlverweigerung kann nicht die Alternative sein!
        Ich bin mir sicher: es gibt im Rat der Stadt Rösrath jüngere Partei-Mitglieder, die ein „modernes“ Verständnis von Demokratie und Bürgerbeteiligung teilen, die sich aber gegenüber den „alten Kräften“ in den eigenen Fraktionen (noch) nicht durchsetzen können.
        Es ist daher leider auch eine Frage der Zeit und des Generationenwechsels, bis längst erforderliche Veränderungen aufgegriffen werden! Wir müssen also am Ball bleiben und weiter versuchen, Überzeugungsarbeit zu leisten!

  4. Von Dialog kann in diesem Fall leider keine Rede sein. Es kommt einem von Seiten der verantwortlichen politischen und gewählten Ebene eher vor, dass man von den Anliegen der Bürger nicht belästigt werden möchte. Man kann nur hoffen, dass hier die einmal geöffneten Türen nicht wieder geschlossenen werden und es wieder mehr eine offene Debatte wird mit dem Ziel auch zu einem Dialog zu kommen.

  5. Der Bürgermeister weiss nicht mehr wo ihm der Kopf steht … kurz: Keine Zeit und kein Geld fürs Leitbild aus dem Rathaus! Und inhaltlich? Da bleibt es geheim, ein Verwaltungspapier, das nicht veröffentlicht werden soll.
    Eindeutig: Hier fehlt das Vertrauen in die Zusammenarbeit mit den Bürgern und das lässt sich auch nicht erzwingen. Ja, er wäre interessiert, wenn die Bürger den Dialog organisieren würden, weil der BM ja gerne mit „dem Ohr am Bürger“ sein will. Das ist kein Dialog, sondern nur ein Lauschangriff!

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